Wer kommt denn auf so etwas?

Ein kurzer Gedanke.
Die meisten von uns haben noch die Bilder der schrecklichen Flutkatastrophe vor Augen. Ein Ort, der auch schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, war die Ortsgemeinde Schuld an der Ahr.
Ich musste leider miterleben, wie einige fromme Mitmenschen hier gleich Gott mit ins Spiel brachten, denn der Ortsname Schuld ist wohl ein Hinweis auf das Gericht Gottes. Nun, wer hat jetzt Schuld in Schuld auf sich geladen? Hatte Gott nicht selbst zugesagt, dass er die Erde durch Wasser der Flut nicht mehr strafen wird (1.Mo. 9,11)?
Nun wird es aber richtig absurd, wenn wir betrachten, wovon nun der Ortsname Schuld abstammt:

Der heutige Name SCHULD kommt vermutlich aus dem keltischen „SCOLTA“. In „scolta“ stecken zwei keltische Wörter, nämlich scolt = krumm und aha = fließendes Gewässer (die Ahr aus der Vogelperspektive). Demnach würde SCOLTA also „ krumm fließendes Gewässer” bedeuten.
Im 13. Jahrhundert wird aus scolta dann „scolte“ oder „scoulte“; durch Lautwandel oder Lautverschiebung ist dann über „Scholt“ , „Schult“ und „Schuldt“ der heutige Ortsname Schuld entstanden. Diese Deutung scheint auch aufgrund der frühen und langen Regentschaft der Kelten gegenüber römischen Varianten wahrscheinlicher.

Quelle: https://schuld-ahr.de/die-gemeinde-schuld/geschichte/

Aha, mit Schuld im üblichen und biblischen Sinne hat es also nichts zu tun! Ich kann es nicht begreifen wie solche Gedanken zustande kommen. Aber anscheinend sind einige Gläubige immer auf der Suche nach dem Bösen und sehen sich als die Gerichtsboten Gottes.
Ich habe früher einmal gelernt erst zu reden, wenn ich weiß, wovon ich rede…
Zwei Dinge sind mir jetzt wichtig:

  1. Wir sollen nicht das Gericht Gottes verkündigen, sondern die Gute Botschaft von Jesus Christus an alle Menschen weitergeben.
  2. Es ist ein Fakt, manchmal auch schwer zu begreifen, dass der allmächtige Gott Dinge in unserem Leben zulässt die oft schwer zu ertragen sind. Aber wir haben die Zusage in der Bibel, dass Gott uns durch alles hindurchtragen wird.
    Also, anstatt gleich überall das Gericht Gottes zu sehen und damit die Mitmenschen zu verurteilen, sollten wir unsere Augen für die Not unseres Nächsten öffnen. Dann aber für die Mitmenschen beten, die in Not geraten sind und sogar ihre Angehörigen verloren haben. Diese Menschen brauchen keine Schelte, sondern den Beistand und Trost Gottes in Jesus Christus. Und wer will, kann zudem auf der einen oder anderen Art und Weise praktisch helfen.
Zum Beispiel: https://schuld-ahr.de/ Hier sind Kontoverbindungen zu finden um zu helfen.

Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen.

1. Tim. 2,1

Andreas

Gläubig, aber nicht leichtgläubig. "Bibelfreak", (In)Fragensteller, verliebt in Kirchengeschichte und dem Historischen Hintergrund der Bibel. Und immer auf der Suche nach der Wahrheit in der Wahrheit. Alles hinterfragen - auch mit der Aussicht keine Antwort zu finden. Ich mag Josua, David, Petrus und Paulus. Und noch viele andere Personen in der Bibel, vor allem aber die "Versager und Chaoten"...

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